Was ist Tezos? (XTZ)

Einsteiger-Leitfaden
Tezos hat sich 2014 zum Ziel gesetzt, eine sogenannte „selbstheilende Blockchain“ zu entwickeln.
Die Umsetzung war komplex, aber im Kern war das Konzept einfach: Tezos sollte es jedem, der die Kryptowährung XTZ besitzt, ermöglichen, über mögliche Änderungen an den Regeln abzustimmen. Einmal beschlossen, würde sich die Software automatisch aktualisieren, um die Änderungen umzusetzen.
Mit diesem System wollte Tezos die Wahrscheinlichkeit verringern, dass sich die Blockchain aufspaltet und zwei separate Kryptowährungen mit unterschiedlichen Preisen entstehen.
Die Idee, dass sich eine Kryptowährung innerhalb ihrer eigenen Software selbst aktualisieren kann, hatte jedoch weitreichendere Folgen und stieß eine Diskussion über das an, was später als „Blockchain-Governance" bezeichnet wurde.
Die Einführung von Tezos sollte die Blockchain-Taxonomie verändern und Krypto-Assets effektiv in zwei Lager aufteilen, nämlich in solche mit „Off-chain Governance“ und solche mit „On-chain Governance“.
Damit das System funktioniert, durften Tezos-Nutzer im Rahmen eines als „Baking“ bezeichneten Prozesses abstimmen, in dem sie sich bereit erklärten, XTZ, die sie besaßen, in speziellen Verträgen zu sperren. Kunden konnten entweder selbst Baker werden oder XTZ an andere Baker delegieren, um neu geminteten XTZ aus dem Protokoll zu gewinnen.
Dank dieses neuartigen Designs konnte Tezos 2017 eine Rekordsumme an Finanzierung einwerben, bevor die Blockchain 2018 öffentlich live ging.
Für regelmäßige Updates vom Tezos-Team kannst du den Medium-Blog von Tezos als Lesezeichen speichern. Dort findest du Tipps und Tutorials zum Netzwerk und seiner sich weiterentwickelnden Technologie.

Wer hat Tezos entwickelt?
Die Tezos-Blockchain wurde 2014 von dem Ehepaar Arthur und Kathleen Breitman über die Dynamic Ledger Solutions entwickelt, ein Start-up, das sie zur Entwicklung von Tezos gegründet hatten.
Das Tezos-Team führte im Juli 2017 eine erste Coin-Emission (ICO) durch, bei der der Gegenwert von 232 Millionen US-Dollar (66.000 BTC und 361.000 ETH) eingenommen wurde, was zum damaligen Zeitpunkt die größte ICO aller Zeiten war. Nach der ICO wurde die Tezos Foundation mit Sitz in der Schweiz gegründet, um das Protokoll auf den Markt zu bringen.
Die Foundation verpflichtete sich außerdem zum Kauf von Dynamic Ledger Solutions, einschließlich aller geistigen Eigentumsrechte an der Tezos-Blockchain, gemäß der ICO-Vereinbarung.
Wie funktioniert Tezos?
Die Tezos-Blockchain ermöglicht viele Funktionen, die bei Kryptowährungen üblich sind.
Entwickler können mit der Software eigene Programmierlogik (Smart Contracts) ausführen und neue Programme (dezentrale Anwendungen) entwerfen, die Produkte und Dienstleistungen abbilden sollen.
Doch die Abstimmungsfunktionen erforderten ein anderes Design.
Genauer gesagt sollte die Tezos-Blockchain in zwei Teile aufgeteilt werden:
- Shell – Der Code, der sich auf der Grundlage von Nutzerstimmen selbst ändert, ist auch für die Interpretation von Transaktionen und Verwaltungsvorgängen verantwortlich.
- Protokoll – der Code, der Vorschläge zur Prüfung an die Shell sendet.
Die Tezos LPoS-Blockchain
Um das Netzwerk synchron zu halten, nutzt Tezos eine Variante des klassischen Proof-of-Stake-Konsenses (PoS), die als Liquid Proof-of-Stake (LPoS) bezeichnet wird.
Ähnlich wie bei herkömmlichen PoS-Mechanismen handelt es sich bei LPoS um einen Algorithmus, der von Computern verwendet wird, auf denen die Tezos-Software läuft, um das Netzwerk zu sichern, Transaktionen zu validieren und neu geprägte XTZ zu verteilen.
Damit die Teilnehmer („Nodes“) an der Verwaltung teilnehmen können, müssen sie XTZ in einem Prozess staken, den Tezos „Baking“ nennt. Um Baker zu werden, benötigt eine Node 8.000 XTZ (auch Roll genannt).
Nutzer können ihre Token auch an andere Baker weitergeben und anderen Nutzern Stimmen zuweisen, damit sie XTZ-Belohnungen auf der Live-Blockchain verdienen können.
Baker werden dazu angeregt, ehrlich zu arbeiten, da die Nutzer die Möglichkeit haben, je nach ihren Präferenzen bei der Abstimmung einfach zwischen den Bakern zu wechseln, an die sie XTZ delegieren.
Tezos-Upgrades
Baker beteiligen sich an der Governance der Blockchain, indem sie über vorgeschlagene Code-Änderungen abstimmen.
Der Wahlvorgang besteht aus vier verschiedenen Wahlperioden, die jeweils etwa 23 Tage auseinander liegen.
- The Proposal Period (die Vorschlagsphase) – Jeder Baker kann einen Vorschlag zur Änderung oder Verbesserung der Tezos-Blockchain einreichen. Die Vorschläge mit den meisten Stimmen kommen in die nächste Runde.
- The Exploration Vote Period (die Erkundungsphase für die Abstimmung) – Vorschläge, die eine qualifizierte Mehrheit (80 % der Stimmen für den Vorschlag) erreichen, kommen in die nächste Phase.
- Testphase – Der Vorschlag wird dann auf eine temporäre Testkette (48-Stunden-Fork) übertragen, um zu prüfen, ob die Änderung funktioniert und für das Netzwerk sicher zu übernehmen ist.
- The Promotion Vote Period (die Abstimmungsphase) – Baker stimmen darüber ab, ob der Vorschlag umgesetzt wird. Ein Vorschlag wird angenommen, wenn er eine qualifizierte Mehrheit erreicht.
Baker können ihren Vorschlägen auch Rechnungen beifügen. Wird der Vorschlag nach allen vier Abstimmungsphasen genehmigt, mintet das Protokoll den in der Rechnung angegebenen Betrag und zahlt ihn an den Baker aus.
Warum hat XTZ einen Wert?
Die Kryptowährung XTZ spielt eine zentrale Rolle beim Betrieb und der Aufrechterhaltung des Tezos-Netzwerks und lässt sich halten, ausgeben, senden oder für das Baking einsetzen.
Wer XTZ besitzt und bakt, kann über Netzwerk-Upgrades abstimmen. Dabei ist jede Stimme proportional zur Menge der XTZ, die gebakt werden.
Tezos belohnt die Teilnehmer mit XTZ, je nachdem, wie viele Token sie baken. Die Baker erhalten einen kleinen Prozentsatz der Belohnung, die denjenigen zugewiesen wird, die ihre XTZ delegieren.
Warum Tezos nutzen?
Tezos kann durch seine neuartigen Abstimmungsfunktionen überzeugen.
Die Tezos-Blockchain könnte für Entwickler interessant sein, die dezentrale Anwendungen (dApps) erstellen möchten. Es gibt bereits eine Reihe von Projekten, die auf der Plattform aufgebaut wurden. Einige Beispiele sind tzBTC, eine dezentrale Finanzanwendung, die darauf abzielt, Bitcoin in Token umzuwandeln, und Tezsure, ein dezentraler Marktplatz für Versicherungen.
Anleger können außerdem XTZ kaufen und ihrem Portfolio hinzufügen, wenn sie davon ausgehen, dass der Markt künftig Staking-Blockchains bevorzugt, bei denen sich leichter Kryptowährung verdienen lässt.
Kraken fungiert als Baker für Kunden, die ihr XTZ in einem unserer Staking-Wallets aufbewahren möchten. Kunden, die XTZ bei Kraken staken, erhalten eine jährliche Rendite von 6 %, die zweimal wöchentlich ausgezahlt wird.
Weitere Informationen zum Staking bei Kraken findest du hier.
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