Was ist Balancer? (BAL)
Einsteiger-Leitfaden
Balancer ist ein auf Ethereum laufendes Protokoll für dezentrales Finanzwesen (DeFi), das ein verteiltes Netzwerk von Computern dazu anregen soll, eine dezentrale Börse zu betreiben, auf der Kunden jede beliebige Kryptowährung kaufen und verkaufen können.
Es kann helfen, sich Balancer als eine Art Indexfonds vorzustellen, bei dem Kunden Fonds auf Basis der Kryptowährungen in ihren Portfolios erstellen. Diese Fonds werden als Balancer-Pools bezeichnet, und jeder Kunde, der einem Pool Liquidität bereitstellen möchte, kann dies einfach durch die Einzahlung eines Assets tun.
Kunden, die einem Balancer-Pool Liquidität bereitstellen, erhalten anschließend einen Anteil an der Trading-Gebühr, die für die Nutzung ihrer Mittel an das Netzwerk gezahlt wird, und werden mit einer eigenen Kryptowährung namens BAL belohnt.
Diese Einzahlungen sind für das Netzwerk unverzichtbar, da sie die Liquidität bereitstellen, die Kunden benötigen, um auf der Plattform Kryptowährungen zu kaufen und zu verkaufen.
Das heißt, Balancer muss beide Seiten seines Marktes ansprechen, um funktionieren zu können: Krypto-Kunden, die möglicherweise einen Teil ihrer Bestände zum Handel anbieten möchten, und Trader, die den bestmöglichen Preis für ein Asset suchen.
Damit funktioniert Balancer ähnlich wie andere dezentrale Börsen (DEXs) wie Uniswap (UNI) und Curve (CRV). Balancer bietet jedoch zusätzliche Features, darunter die Möglichkeit, bis zu acht Token in Pools zu bündeln.

Wer hat Balancer erstellt?
Balancer startete 2018 als Forschungsprojekt bei dem Software-Beratungsunternehmen BlockScience und wurde von Fernando Martinelli und Mike McDonald gegründet.
Im Jahr 2020 nahm das Projekt dann unabhängig als Balancer Labs eine Finanzierung in Höhe von 3 Millionen Dollar auf. In dieser Runde wurden rund 5 Millionen BAL-Token an Investoren verkauft sowie 25 Millionen Token an Anteilseigner und Mitarbeitende vergeben (bei einem Gesamtangebot von 100 Millionen Token).
Weitere 10 Millionen BAL wurden zurückgestellt: Die eine Hälfte ist für einen Fonds für Beitragende zum Balancer-Ökosystem reserviert, die andere für den Verkauf an künftige Investoren.
Wie funktioniert Balancer?
So wie ein Indexfonds aus verschiedenen Aktien bestehen kann, setzen sich Balancer-Pools aus bis zu acht verschiedenen Kryptowährungen zusammen.
Der Wert eines Balancer-Pools ergibt sich aus den prozentualen Anteilen der einzelnen Token darin – eine Gewichtung, die bei der Erstellung des Pools festgelegt wird.
Selbstbalancierender Indexfonds
Balancer nutzt spezielle Programme, sogenannte Smart Contracts, um sicherzustellen, dass jeder Pool das richtige Verhältnis der Assets beibehält, auch wenn die Preise der einzelnen Coins in den Pools schwanken.
Ein Balancer-Pool könnte zum Beispiel mit 25 % ETH, 25 % DAI und 50 % LEND starten. Verdoppelt sich irgendwann der Preis von LEND, reduziert der Pool automatisch die gehaltene Menge an LEND, damit dieser Anteil weiterhin 50 % des Poolwerts entspricht.
Und wohin fließt das LEND dann? Die Smart Contracts von Balancer stellen es Tradern zur Verfügung, die bei steigenden Preisen LEND kaufen möchten.
Wichtig: Liquiditätsanbieter verdienen weiterhin Gebühren, während ihre Indexfonds rebalanciert werden – anders als bei klassischen Indexfonds, bei denen Anleger für das Rebalancing Gebühren zahlen.
Balancer-Pools
Balancer bietet private und öffentliche Pools sowie Smart Pools für Kunden mit unterschiedlicher Risikobereitschaft.
In öffentlichen Pools kann jeder Kunde Liquidität bereitstellen, indem er Assets hinzufügt oder abzieht. Die Parameter öffentlicher Pools werden vor dem Launch festgelegt und lassen sich danach nicht mehr ändern.
Damit eignen sie sich für Kunden mit kleineren Beständen, die Gebühren aus den beliebtesten und liquidesten Pools verdienen möchten.
Smart Pools haben flexible Parameter und stehen zwischen öffentlichen und privaten Balancer-Pools. Mit diesem Feature lassen sich Pools so programmieren, dass sie zusätzliche Funktionen erfüllen – etwa Gewichtungen anpassen, Swap-Gebühren ändern oder einschränken, wer Liquidität bereitstellen darf.
Liquidity Bootstrapping Pools (LBPs) sind eine Art Smart Pool, mit dem Projekte mit vergleichsweise wenig Kapital Liquidität für ihre nativen Token aufbauen können.
Sie basieren auf einem variablen Gewichtungssystem, das sich im Zeitverlauf anpassen lässt. Typischerweise startet ein Projekt einen LBP und gewichtet seinen nativen Token deutlich höher als den gepaarten Token. Der Verkauf beginnt zugunsten des Projekt-Tokens und wird im Zeitverlauf durch Anpassung der Gewichtung schrittweise günstiger, sodass ein konstanter Abwärtsdruck auf den Preis entsteht. Dieser Prozess verschafft einen Vorteil gegenüber Bots und Walen und ermöglicht Preisfindung.
Das System ist bewusst so konzipiert, damit Bots und Wale den Markt nicht manipulieren können. Die ersten Käufer zahlen den höchsten Preis. Zudem können Projekte so Liquidität effizienter aufbauen als mit öffentlichen Liquiditätspools mit fester Gewichtung.
Ein privater Balancer-Pool ist ein Pool, in dem nur der Ersteller Assets hinzufügen oder abziehen kann. Der Kunde kann auch alle weiteren Parameter des Pools anpassen, etwa Gebühren, Gewichtungen und die Arten der akzeptierten Assets.
Private Pools sind für Asset-Manager mit großem Portfolio interessant, die Gebühren auf ihre spezifischen Assets verdienen möchten.
Warum hat BAT einen Wert?
Die Kryptowährung von Balancer, BAL, ist entscheidend für die dezentrale Steuerung des Protokolls und stellt sicher, dass keine zentrale Partei über die Funktionsweise der Plattform entscheiden kann.
Darüber hinaus dient sie als Anreizmechanismus: Kunden, die Assets in Balancer-Pools einzahlen, verdienen BAL-Token. Auf Basis des veCRV-Mechanismus von Curve müssen BAL-Holder ihre Balancer-Pool-Token (80/20 BAL/WETH) nun für bis zu ein Jahr sperren, um Voting-Escrow-BAL bzw. veBAL-Token zu erhalten. Diese Token bieten höhere Renditen und Stimmrechte.
Wie bei vielen anderen Kryptowährungen ist das Angebot an BAL-Token begrenzt: Es wird nur rund 94 Millionen BAL geben.
Der Ausgabeplan von Balancer sah ursprünglich vor, 145.000 Token pro Woche als Liquidity-Mining-Prämien an die Kunden auszuschütten. Nach der Aktivierung des veBAL-Systems im März 2022 wurden jedoch regelmäßige Halving-Events eingeführt. Das bedeutet, dass die Menge der neu in Umlauf gebrachten BAL-Token alle vier Jahre programmatisch halbiert wird.
Warum sollte ich BAND nutzen?
Balancer könnte für dich interessant sein, wenn du bereits in Kryptowährungen investierst und ein ungenutztes Portfolio aktiv einsetzen möchtest.
Auch als aktiver Trader oder Portfolio-Manager kannst du davon profitieren, da du Anteile an kreativ aufgebauten Indizes kaufen kannst, die auf dem Protokoll angeboten werden.
BAL langfristig zu halten, ist sinnvoll, wenn du die Entwicklung der Plattform mitgestalten möchtest, indem du über wichtige Entscheidungen zu einzelnen Features abstimmst.
Du kannst auch in BAL investieren, wenn du davon überzeugt bist, dass dezentraler Handel mit Kryptowährungen künftig an Beliebtheit gewinnen wird.
Mit dem Kauf von Balancer beginnen
Jetzt bist du bereit, den nächsten Schritt zu wagen und KNC zu kaufen!